evangelische Jugend Landsberg am Lech
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Ein Montagabend im Gemeindehaus. Erwartungsvoll wartet das Kursteam beim ersten Treffen auf die Teilnehmer des Trainee-Kurses. Ob auch wirklich alle 20 Konfirmierten Jugendlichen die sich für die Ausbildung zum Konfimentor/in und Jugendleiter/in angemeldet haben kommen? Die ersten Teilnehmer kommen im Gemeindehaus an. Man begrüßt sich, es gibt was zu trinken, Smalltalk... Ein Jugendlicher spricht ein Mitglied des Kursteams an. Er hat vergessen den Verbindlichkeitsvertrag, der am Schnupperabend verteilt wurde und der quasi die Rahmenbedingungen für den Trainee-Kurs enthält, abzugeben. Kann er trotzdem noch mitmachen? Klar, kein Problem. Und er ist nicht der einzige. Am Ende sitzen das Kursteam und 28 Jugendliche im Stuhlkreis des Gemeindesaals. Das Thema des Abends ist gegenseitiges Kennenlernen, Gruppenregeln entwickeln und Einführung in die Methode der Reflexion.

Ich gestehe, dass ich mir etwas verwundert die Augen gerieben habe über diesen starken Zuspruch an dem Trainee-Kurs. Im Kursteam wurde im Anschluss kurz darüber diskutiert ob dieses neue Projekt der Evangelischen Jugend Landsberg mit so vielen Jugendlichen überhaupt durchführbar ist. Die Entscheidung ist schnell getroffen: Im Team schaffen wir das!


Was ist der Trainee-Kurs?

Der Trainee-Kurs ist ein neues Projekt das für die konfirmierten Jugendlichen in unserer Kirchengemeinde angeboten wird. Der Kurs geht von Juni 2008 bis Mai 2009 und ist eine Erlebnis- und praxisorientierte Ausbildung zum Jugendleiter/in und Konfimentor/in. In 14 tägigen Treffen, Wochenenden und Praxisprojekten werden unterschiedliche Kompetenzen vermittelt:

Themen sind: Persönlichkeitsentwicklung, Selbst- und Zeitmanagement, Gruppenpädagogik, soziales Lernen, gelebter Glaube und Theologie, Kommunikation und freie Rede, Spielleiter-Training, Projektmanagement, Rechtsfragen und ein Erste Hilfe Kurs.

Der Erwerb dieser Handlungkompetenzen ermöglicht den Jugendlichen nach Abschluss des Kurses als Jugendleiter/in oder Konfimentor/in in unserer Kirchengemeinde ehrenamtlich tätig zu werden. Sie können selbstständig Gruppen und Projekte in der Kirchengemeinde leiten oder sogar als Freizeitenleiter/in mit auf die Freizeiten fahren.

Die Teilnahme an dem Kurs ist natürlich freiwillig, aber nach Beginn verbindlich. Im Verbindlichkeitsvertrag, der am Schnupperabend verteilt wurde, verpflichtet sich der Trainee verbindlich und aktiv am Kurs teilzunehmen. Hierzu gehört auch die Bereitschaft jedes einzelnen Trainees, das Gelernte in Praxiseinsätzen (etwa am Kindersamstag) einzubringen. Am Ende des Trainee-Kurses erhalten die Jugendlichen das Abschlusszertifikat „Jugendleiter/in in der kirchlichen Jugendarbeit“. Diese Bescheinigung, die auch Vorteile bei Bewerbungen bringen kann, erhält wer mindestens 80% an der Gesamtzeit teilgenommen hat.

Das Grundkonzept des Traineeprogrammes wurde von der Evangelischen Jugend in Württemberg entwickelt.


Warum heißt das Kursprogramm „TRAINEE“?

Zugegeben: Mit dem Namen „Trainee“ wurde frech in die oberste Schublade gegriffen. Ist das nicht etwas hochgestochen, 14-15 jährige als „Trainees“ zu bezeichnen? Schließlich steht im Wörterbuch: „Trainee: jemand, besonders Hochschulabsolvent/in, der innerhalb einen Unternehmens eine praktische Ausbildung in allen Abteilungen erhält und dadurch für seine spätere Tätigkeit vorbereitet wird.“ (ZEIT, Deutsches Wörterbuch, 2005, S. 2332). Wir haben bewusst diesen Namen übernommen, weil er an wesentlichen Stellen Kernanliegen des Kurses transportiert:

- Wertschätzung der Jugendlichen mit ihren Gaben und Engagement.
- Im Gegensatz zum Begriff „Schulung“, ist „Trainee“ bei Jugendlichen positiv besetzt und klingt nach „Training“.
- Der Name soll Niveau und Qualität des Kurses und damit auch die Herausforderung an die Jugendlichen deutlich machen. Trainee will fordern und fördern.
- Vor allem signalisiert der Name deutlich eine „praktische Ausbildung“, ein Lernen, das über schulisch-kognitive Formen und Methoden hinausgeht.

Das Kursteam, das den Trainee-Kurs leitet und inhaltlich vorbereitet, besteht neben meiner Person aus erfahrenen ehrenamtlichen Mitarbeitern der Evangelischen Jugend Landsberg. Im einzelnen sind das: Daniela Goldschatz, Hanna Schwarz, Krissi Masucci, Michael Gaschnig und Simon Lichteneber.

Der Zuspruch an dem Trainee-Kurs bestätigt die Aussage aus einer Jugendstudie:

„Sie sind wissbegierig, nehmen ihre Ausbildung sehr ernst, aber sie lernen anders als die Generationen vor ihnen: durch Ausprobieren und Selbermachen“ (Trendbuch Generationen, 2003, S. 11).

Diakon Andreas Brückner

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